Typ-1-Diabetes
Erfahren Sie hier alles, was Sie über den Typ-1-Diabetes wissen sollten und wie Sie Ihren Alltag mit der Diagnose gut bewältigen können. Wir sprechen aus persönlicher Erfahrung.

Die ersten Anzeichen von Typ-1-Diabetes

  • viel Durst
  • gehäuftes Wasserlassen 
  • Schwäche, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen 
  • Sehstörungen

Leben mit Diabetes

Beim Typ-1-Diabetes, welcher ca. 5 – 10 % der an Diabetes erkrankten Menschen betrifft, zerstört der Körper aus noch unbekannter Ursache die eigenen Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Das führt zu einem absoluten Insulinmangel.

Entdeckt wird diese Form des Diabetes meist bei Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsene können im Laufe Ihres Lebens daran erkranken. Insulin ist beim Typ-1-Diabetes überlebenswichtig

So wird die Erkrankung behandelt

Neben der Schulung der Betroffenen muss bei Menschen, die an Typ-1-Diabetes leiden, der gesamte Bedarf an Insulin von außen zugeführt werden. Da kein eigenes Insulin vom Körper produziert wird, erfolgt die Zufuhr mittels eines Insulinpens oder einer Insulinpumpe.

Die Insulintherapie

Jeder Mensch benötigt das Hormon Insulin, um Zucker in die Körperzellen zu schleusen. Die Menge ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel:

  • Alter,
  • Körpergewicht,
  • Gesundheitszustand,
  • Ernährung, Bewegung und
  • Insulinempfindlichkeit, die sich im Tagesverlauf ändert.

Das nennt man den Insulinbedarf eines Menschen. Es ist die Menge, die für einen normalen Blutzuckerverlauf benötigt wird. 

Die meisten Menschen benötigen für eine Kohlenhydratmenge morgens mehr Insulin als für die gleiche Portion am Abend, mittags sogar noch weniger. 

Weitere Einflussfaktoren auf den Insulinbedarf sind Erkrankungen, insbesondere Fieber, Verletzungen, operative Eingriffe, Stress-Situationen oder Hormonschwankungen.

Die wichtigsten Insuline im Überblick

Insulin ist ein Hormon (Botenstoff), das in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Insulin wird bei Bedarf an das Blut abgegeben und löst dann unterschiedliche Wirkungen im Körper aus. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Insuline.

Kurzwirksames Insulin (zum Essen, zur Korrektur)

1. Normalinsuline

Actrapid, Berlinsulin H Normal, Huminsulin Normal, Insuman Rapid

  • Wirkeintritt: 15–20 Min.  
  • stärkste Wirkung: nach ca. 2 h
  • Wirkdauer: ca. 4–6 h

2. Kurzwirksames Analoginsulin

Apidra, Humalog, Liprolog, Novo Rapid, Lyumjev, Fiasp

  • Wirkeintritt: 0–10 Min.  
  • stärkste Wirkung: nach ca. 1 h
  • Wirkdauer: ca. 2–4 h

Langwirksames Insulin (zum "Halten" des Blutzuckers)

1. Trübes Verzögerungsinsulin

Berlinsulin H Basal, Huminsulin Basal, Insuman Basal, Protaphane

  • Wirkeintritt: 1-1,5 h 
  • stärkste Wirkung: nach ca. 4 h
  • Wirkdauer: ca. 8–12 h

2. Langwirksames Analoginsulin

Levemir

  • Wirkeintritt: 1–2 h 
  • stärkste Wirkung: nach ca. 6-8 h
  • Wirkdauer: ca. 14–18 h

3. Sehr langwirkendes Analoginsulin

Lantus, Toujeo, Abasaglar, Tresiba

  • Wirkdauer: ca. 24–48 h

Darauf sollten Sie achten: 

  1. Für jede Injektion wird eine neue Nadel verwendet.
  2. Die Spritzstellen sollten Sie regelmäßig wechseln.
  3. Geeignete Körperstellen wie Bauch (bei kurzwirksamen Insulinen) sowie Oberschenkel und Gesäß (bei langwirksamen Insulinen) auswählen.

Insulinspritzen kurz erklärt

Insulin wird in das Unterhautfettgewebe gespritzt. Dafür werden Insulinpens und Pennadeln verwendet. Pennadeln sind Produkte zum Einmalgebrauch.

  • Lagern Sie das im Gebrauch befindliche Insulin immer bei Raumtemperatur, Vorräte können im Kühlschrank aufbewahrt werden. 
  • Trübe Insuline (NPH-Verzögerungsinsuline und Mischinsuline) müssen vor dem Gebrauch gemischt werden. Dafür halten Sie den Pen senkrecht und schwenken ihn langsam 20-mal um 180° oder Sie rollen ihn langsam ebenfalls 20-mal.

Insulininjektion in 10 Schritten

  1. Hände waschen & gewählte Einstichstelle überprüfen
  2. Pen vorbereiten
    • Habe ich das richtiges Insulin?
    • Ist eine neue Nadel aufgesetzt?
  3. trübes Insulin mischen
  4. 1–2 Injektionseinheiten als „Probeklick“ abgeben (bis ein Tropfen Insulin aus der Nadelspitze austritt)
  5. Insulindosis einstellen
  6. bei Bedarf eine Hautfalte bilden & Pennadel senkrecht einstechen
  7. Auslöseknopf betätigen & Insulin langsam injizieren
  8. weitere 10 Sekunden (oder bei Bedarf länger) die Nadel in der Spritzstelle belassen
  9. Nadel herausziehen & Hautfalte loslassen
  10. Nadel abschrauben und entsorgen

Anschließend tragen Sie die Insulinmenge und ggf. die Kohlenhydratmenge in Ihr Blutzuckertagebuch ein.

Die Insulinpumpentherapie als Alternative zum Spritzen

Eine Insulinpumpe gibt kontinuierlich und individuell über einen Insulinpumpenkatheter Insulin in das Unterhautfettgewebe ab. Bei Patch-Pumpen führt der Weg direkt über die Kanüle in das Gewebe.

Die verschiedensten Insulinpumpenmodelle haben jeweils Besonderheiten, die Ihre Auswahl beeinflussen können. 

Sie wollen wissen, welcher Insulinpumpe die richtige für Sie ist? Informieren Sie sich hier in der Insulinpumpenübersicht oder kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie zu Insulinpumpen, Kathetern und anderen Therapieformen. 

Die Einstichstelle für den Katheter ist in der Regel der Bauch. Der Wechsel von Katheter bzw. Pod erfolgt alle 2 - 3 Tage vom Anwender selbst.

Wir helfen Ihnen bei der Produktwahl

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Insulinpumpenkathetern die, angepasst an die jeweilige Alltagssituation, verwendet werden können. Auf diese Weise wird einem gut geschulten Benutzer eine Insulineinstellung, angepasst an seinen physiologischen Insulinbedarf, ermöglicht.

Sie wollen wissen, welcher Katheter und welche Insulinpumpe die richtige für Sie ist? Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie zu Insulinpumpen, Kathetern und anderen Therapieformen.

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