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Hilfsmittel in der Diabetikerversorgung - Wer bezahlt wieviel?

Erfahren Sie mehr zur Kostenübernahme der Krankenkassen, Mehrkosten- und Zuzahlungsregelungen.

Wer Diabetes hat, der braucht zur Therapie meist Teststreifen und Hilfsmittel. Das sind z.B. Messgeräte und Lanzetten für die Blutzuckerkontrolle, und für die Insulintherapie Spritzen, Pens, Kanülen und Insulinpumpen samt Zubehör und Verbrauchsmaterial.

Die Kosten dafür übernimmt Ihre Krankenkasse. Manchmal müssen Sie selbst etwas dazu zahlen, oft aber auch nicht. Wie hängt das zusammen?

Das Gebot von Qualität und Wirtschaftlichkeit

Ihr Arzt entscheidet, wieviele Teststreifen und welche Hilfsmittel Sie für eine wirksame Therapie benötigen.

Die Rezepte für Teststreifen und Hilfsmittel lösen Sie beim Leistungserbringer Ihrer Wahl (medizinischer Fachhandel, Apotheke) ein, z.B. bei der Firma SpeziMED. Sie dürfen nur solche Leistungserbringer wählen, die mit Ihrer Krankenkasse einen Vertrag über die Versorgung mit solchen Hilfsmitteln abgeschlossen haben.

Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, sich dabei zu überzeugen, dass die Qualität der Versorgung gesichert ist. Zurzeit wird das Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenkassen überarbeitet. Dabei werden für die einzelnen Hilfsmittel auch verbindliche Qualitätsvorgaben neu festgelegt. Zudem geht es nach dem "Wirtschaftlichkeitsgebot" darum, dass die Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten dürfen. (Sozialgesetzbuch 5, § 12).

Die Mehrkostenregelung

Wünschen Sie Hilfsmittel oder zusätzliche Leistungen, die über das Maß des Notwendigen hinausgehen, müssen Sie die Mehrkosten und mögliche Folgekosten selbst tragen. (Sozialgesetzbuch 5, § 33 Abs. 1). Der Leistungserbringer ist verpflichtet, Sie bei der Auswahl des für Sie am besten geeigneten Hilfsmittels zu beraten.

Mindestens zwei der vorgeschlagenen Hilfsmittel müssen dabei mehrkostenfrei sein. Diese Beratungen müssen vom Leistungserbringer seit kurzem schriftlich dokumentiert und vom Versicherten unterschrieben werden. Und das auch, wenn gar keine Mehrkosten-Produkte angeboten werden.

Die Zuzahlungsregelung

Ähnlich wie bei Arzneimitteln und Heilmitteln (podologische Behandlungen, Physiotherapie usw.) haben Versicherte nach Vollendung des 18. Lebensjahres für jedes einzelne Hilfsmittel Zuzahlungen von 10% des Kassenabrechnungspreises zu zahlen, jedoch mindesten 5 € und höchstens 10 €. Für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel (Lanzetten, Kanülen, Katheter usw.) gilt eine Sonderzuzahlungsregelung von 10% für einen kompletten Monatsbedarf, höchstens jedoch 10 €.

Im Rahmen der Insulinpumpentherapie fallen dann beispielsweise jedes Vierteljahr Zuzahlungen in Höhe von bis zu 30 € an. (Sozialgesetzbuch 5, § 33 Abs. 8 und § 61). Übersteigt die Summe aller im laufenden Kalenderjahr anfallenden Zuzahlungen eine bestimmte Grenze, kann sich der Versicherte von Zuzahlungen befreien lassen.

Die Zuzahlungsbefreiung muss er bei seiner Krankenkasse beantragen, sie wird dann vom Arzt auf den Rezepten durch ein kleines Kreuz vermerkt. Die Belastungsgrenze liegt für Diabetiker bei 1% der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt der Familie. (Sozialgesetzbuch 5, § 62). Liegt eine Zuzahlungsbefreiung nicht vor, muss nicht die Krankenkasse, sondern der Leistungserbringer die Zuzahlung von den Versicherten einziehen, oft wird aber darauf verzichtet.

SpeziMED ist bestrebt, unnötige Belastungen durch solche zusätzliche Zahlungen wenn möglich von ihren Kunden fernzuhalten. Teststreifen gelten übrigens nicht als Hilfsmittel und sind nicht zuzahlungspflichtig.