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Dabei sein – trotz Handicap

Wichtige Neuerungen zur Unterstützung: Bundesteilhabegesetz beschlossen! Ab 1. Januar 2017 gibt es eine ganze Reihe positiver Veränderungen für Menschen mit Behinderungen.

Sie sollen es leichter haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Bundesregierung stellte das Gesetz unter das Motto: Selbstbestimmt überall dabei sein.

Es soll den Gesetzesrahmen weiterentwickeln für die volle und wirksame Teilhabe behinderter Menschen an der Gesellschaft und ihre Einbeziehung in die Gesellschaft, so wie es die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) seit dem Jahre 2009 fordert.

Das ist auch für Menschen mit Diabetes von Interesse. Medizinische Betreuung, Medikamente und Medizinprodukte – dafür stehen die Krankenkassen ein.

Was ist aber, wenn darüber hinausgehende Hilfen benötigt werden, um auch mit Behinderung voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können?

Wie kann man zum Beispiel mobil bleiben, wenn die Sehkraft eingeschränkt ist, oder die Füße den Dienst versagen?

Wie können Kinder, auch mit Diabetes, möglichst unbeschwert lernen und an Freizeitaktivitäten teilnehmen?

Man kann sich die nötigen Hilfen organisieren und bekommt dafür finanzielle Unterstützung. Ein selbstbestimmtes Leben mit Behinderung – der Betroffene weiß wohl selbst am besten, was er dafür braucht.

Die Philosophie des neuen Gesetzes heißt daher:

heraus aus dem Fürsorgesystem der Sozialhilfe – hin zu mehr Selbstbestimmung. Teilhabe, ohne in die Armut abzurutschen.

Man muss jetzt nicht mehr sein ganzes Vermögen aufbrauchen, ehe man Hilfen zur Teilhabe in Anspruch nehmen kann. Auch die Freigrenzen für das eigene Einkommen werden schrittweise erhöht, das Einkommen des Partners wird nicht mehr angerechnet.

Hier beispielhaft einige weitere Regelungen:

  • Menschen mit Behinderung können wählen, ob sie länger in ihrem vertrauten Umfeld, der eigenen Wohnung leben wollen, und können die dafür benötigten Assistenzen beanspruchen.
  • Arbeitgeber bekommen beachtliche Lohnkostenzuschüsse, wenn sie Menschen mit wesentlicher Behinderung einstellen.
  • Die Kosten für eine notwendige Begleitung am Arbeitsmarkt werden vom Amt getragen.
  • Ermöglicht werden erforderliche Assistenzleistungen für die Ausbildung, auch für höhere Studienabschlüsse. Das Bundesteilhabegesetz eröffnet eine große Vielfalt an Möglichkeiten, die es zum Teil so noch nicht gab.

Das Gesetz sieht ein weitreichendes Wunsch- und Wahlrecht für die Leistungsberechtigten vor.

Menschen mit Behinderungen sollten sich daher gut informieren und unabhängig beraten lassen, bevor sie Leistungen beantragen.

Zum Nachlesen: Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz – BTHG) - vom 23. Dezember 2016