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Autofahren und Diabetes - Alles was Sie wissen müssen

Wir wirkt sich Diabetes auf Ihren Alltag im Verkehr aus? Erfahren Sie hier alles, was Sie vor dem Autofahren beachten müssen.

Grundsätzlich gibt es bei Diabetes mellitus keine Einschränkungen bzw. Meldepflichten. Es kann jeder seine Fahrerlaubnis behalten bzw. neu erwerben.

Einschränkungen bestehen für eine Fahrerlaubnis der Gruppe 2 (LKW, Omnibusse, Fahrgastbeförderung). Jeder Betroffene ist verpflichtet, seine Fahrtauglichkeit vor Fahrtantritt zu beurteilen, es besteht eine Eigenverantwortlichkeit.

Das ärztliches Gutachten

Bei „Bedenken aufgrund von Erkrankungen oder Mängeln“ muss eine anlassbezogene Fahreignungsprüfung (ärztliches Gutachten) auf eigene Kosten erfolgen. Dies wird von der Straßenverkehrsbehörde veranlasst, wenn sie von der Diabeteserkrankung erfährt, z. B. durch unaufgeforderte Selbstmeldung, Meldung von Dritten, Auffälligkeiten im Straßenverkehr oder bei Unfällen.

Die Grundlage des Gutachtens bilden die Blutzuckereinstellung sowie die Beurteilung der vorliegenden Folgeerkrankungen. Einschränkungen der Fahrtauglichkeit können sein:

  • labile Stoffwechsellage (z. B. gehäufte Unterzuckerungen, Neueinstellung nach gehäuften Überzuckerungen)
  • Diabetische Retinopathie
  • Diabetische Neuropathie

Dies ist geregelt in der Fahrerlaubnis-Verordnung, insbesondere im § 11 und § 48.

Studien zeigen, dass Diabetiker im Straßenverkehr statistisch nicht häufiger Unfälle verursachen als Personen ohne Diabeteserkrankung. Trotzdem sind einzelne Menschen mit Diabetes insbesondere bei Insulintherapie wegen der Unterzuckerungsgefahr im Straßenverkehr gefährdet. Deshalb sollte gerade darauf ganz besonders geachtet werden.

Tipps für Insulin spritzende Autofahrer

Im Auto sollten immer die wichtigsten Dinge mitgeführt werden, deren Aufbewahrungsort wenn möglich auch der Beifahrer kennt. Dazu gehören:

  • schnell wirkende Kohlenhydrate wie Traubenzucker, Saft, Gummibärchen, Zwieback etc.
  • Blutzuckermessgerät und Teststreifen
  • Diabetikerausweis
  • Insulin und Spritz-Utensilien (Pen, Pumpenzubehör)

Was muss vor der Fahrt beachtet werden?

Vor einer längeren Fahrt sollte der Blutzucker gemessen und notiert werden. Im Falle eines Unfalls ist dies aus juristischen Gründen wichtig. Dies ist die „Pflicht zur Vorsorge“ nach § 2 Fahrerlaubnisverordnung (FeV), um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. Bei Verdacht auf Hypoglykämie vor der Fahrt sollte diese nicht angetreten werden.

Worauf muss ich während der Fahrt achten?

Folgende Empfehlungen gelten generell:

  1. Bei Verdacht auf Hypoglykämie während der Fahrt sollten Sie schnellstmöglich anhalten, schnell wirksame Kohlenhydrate nehmen und warten, bis der Unterzucker vorbei ist.
  2. Die gewohnte Tagesverteilung der Mahlzeiten und die gewohnte Insulindosis sollten beibehalten werden.
  3. Bei längeren Fahrten sollten Sie alle 2 Stunden Blutzucker messen.

Checklisten für Ihre nächste Autofahrt

Schützen Sie sich vor Überzuckerung (Hyperglykämie)

Mögliche Anzeichen für eine Überzuckerung sind neben Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit auch Antriebslosigkeite, Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit.

Die Ursachen sind:

  • zu viel Kohlenhydrate
  • zu wenig Insulin
  • zu wenig Bewegung
  • Erkrankungen, Entzündungen, fieberhafte Infekte
  • Aufregung, Stress, Ärger

Zur Behandlung der Überzuckerung sollten Sie viel Flüssigkeit ohne Zucker zu sich nehmen, Bewegung vorübergehend vermeiden und - wenn vorhanden - eine Insulinkorrektur nach Plan vornehmen.

So behandeln Sie eine Unterzuckerung (Hypoglykamie)

Mögliche Anzeichen für eine Überzuckerung sind Schweißausbrüche, Herzklopfen, Angstgefühle, Zittern, Heißhunger, Konzentrationsstörungen, Sehstörungen, Blässe und Gereiztheit.

Die Ursachen einer Unterzuckerung sind zum Beispiel zu wenig Kohlenhydrate, zu viel Insulin, zu viel Bewegung oder zu viel Alkohol.

Behandeln können Sie Ihre Unterzuckerung, indem Sie:

  • ...entweder 2 schnelle Broteinheiten zu sich nehmen. Das sind zum Beispiel 4 Tafeln Traubenzucker, ein Glas Fruchtsaft oder eine Cola bzw. Limonade - ohne Süßstoffe. Bei Bedarf können Sie noch ein bis zwei langsame Broteinheiten (eine belege Scheibe Brot oder zwei Schokoriegel) aufnehmen.
  • Oder Sie essen 4 Kekse.

Wenn bei jemandem bereits die Bewusstlosigkeit eingetreten ist, dann sollte

  1. sofort ein Arzt gerufen,
  2. keine Flüssigkeit oder Ähnliches verabreicht und
  3. wenn vorhanden, Glucagon gespritzt werden.